positive Glaubenssätze

"Was du denkst, das bist du."

Ich halte mich grundsätzlich für keinen negativen Menschen. Doch in den letzten Jahren hatte ich mich sehr verändert. Ich hatte meine Lebensfreude, meine positive und offene Art völlig verloren und mein Selbstwertgefühl war weg, ebenso wie meine Selbstliebe. Meine Neurodermitis wurde immer schlimmer und im Jahr 2017 auffallend schlecht und ich hatte den schlimmsten Schub in meinem bisherigen Leben. 

Zu viele Jahre "begleitete" mich eine Person, die mich öffentlich massiv gedemütigte, diffamierte und auf emotionaler Ebene fast täglich belästigte. Diese Person machte es sich vermutlich zur Lebensaufgabe mich über viele Jahre schlecht, böse und minderwertig zu fühlen und mir Schuldgefühle in jeglicher Form aufzubürden. Sicherlich fragst du dich, wieso ich das zuließ und mich nicht von dieser Person distanzierte und was das alles mit meiner Neurodermitis zu tun hat?

Diese seelischen Belastungen und meine daraus resultierenden negativen Gedanken und Gefühle wirkten sich auf meine Gesundheit aus, zeigten sich ganz deutlich an meiner Haut und meinem seelischen Zustand. Es folgten schwere Depressionen.

Bei der beschriebenen Person handelte es sich um die Ex-Partnerin meines Ehemannes. 

Aus dieser früheren Jugend-Beziehung geht eine heute volljährige Tochter hervor.

Die Ex-Partnerin übte über viele Jahre hinweg krankhafte und wirklich schlimme Machtspiele aus, indem sie die gemeinsame Tochter ständig als Druckmittel missbrauchte. Ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Rücksicht darauf, was sie uns allen, vor allem ihrer Tochter, damit antat. Mein Mann und ich sprangen jahrelang darauf an. Die "Spielchen" und Machenschaften waren offiziell zwar ohne Erfolg, dafür war die Ex-Partnerin mit ihrem Verhalten bei mir umso erfolgreicher. Wieso? weshalb? warum? sollte ich Jahre später erkennen...

Um die damals gerade 10-jährige Tochter möglichst aus der Schusslinie zu nehmen, stellte ich mich stattdessen hin und ließ jahrelang einfach alles über mich ergehen und die Ex-Partnerin ungeschützt auf mich feuern. Doch irgendwann brodelte auch mein Feuer. In Form von, zunächst harmloser, Neurodermitis. Ich war nur noch wütend, fühlte mich zugleich hilf- und machtlos und in mir wuchsen langsam wahrhaftige Rachegelüste heran. Sie ließ mich (vor-)erst in Ruhe, als die Ex-Partnerin im Sommer 2015 endlich strafrechtlich verfolgt, bestraft wurde und kurz darauf leider schwer an Krebs erkrankte. Ich weiß nicht, was davon genau die Ruhe auslöste, doch anstatt diese endlich zu genießen und ihr alles erdenklich Gute zu wünschen, überkamen mich alle möglichen negativen Gefühle, die sich im Laufe der Jahre angestaut hatten. Ich war zudem geplagt von starken Selbstzweifeln, völlig gestörtem Selbstwertgefühl, gedanklichen Rachegelüsten (trotz der Erkrankung) und vor allem von heftigsten (eingeredeten) Schuldgefühlen. Jahrelang hörte ich mir an, was für ein schlechter, bösartiger, kranker Mensch ich doch sei und ahnte (noch) nicht, was das in mir eigentlich bewirkte und wo die eigentliche Ursache lag.

Ich fühlte mich ganz selbstverständlich schlecht, böse, minderwertig und schuldig dafür, dass ich überhaupt lebte. In den Augen der Ex-Partnerin war ich Schuld an allem, was in ihrem Leben und dem der gemeinsamen Tochter, nicht so verlief wie diese es sich vorstellte. Ich trug auch die alleinige Schuld an der Krebserkrankung der Ex-Partnerin. Ich konnte es selbst nicht glauben, als ich es in einer damaligen Niederschrift von ihr las.

Ihr Lieblings-Satz war im Übrigen: "Du bist die Wurzel allen Übels!". Was hatte sich dieser Satz in mein Gehirn gebrannt! Ich war scheinbar tatsächlich die Wurzel allen Übels und trug gefühlt die Schuld der ganzen Welt auf meinen Schultern (Neurodermitis auf den Schultern!). Im Dezember 2017 eskalierte es mit der Ex-Partnerin schließlich maßlos, da die entstandene Ruhe zwei Jahre zuvor, von uns beiden ausgehend, nicht lange anhielt. Meine Neurodermitis hatte sich inzwischen fast über meinen ganzen Körper ausgebreitet und ich hatte schwere Depressionen, welche ich mit Alkohol betäubte. Und ich hatte Schübe an Stellen von denen ich, nach fast 30 Jahren, nicht einmal wusste, dass man dort auch Neurodermitis bekommen konnte.

Es war an der Zeit mein Leben zu ändern. Genug war genug. 

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Selbst-Heilung.

Ich musste mir eingestehen, dass negative (erfolgreich eingeredete) Gedanken und Gefühle mein Leben beherrschten und ich über meine Emotionen völlig die Kontrolle verloren hatte. Seit Monaten brannte meine Haut. Ich ertrug keinen Körperkontakt mehr, sehr zulasten meiner Kinder und meines Ehemannes. Es war kaum noch auszuhalten. ICH war nicht mehr auszuhalten! Meine Gedanken und meine Stimmung beeinflussten mein ganzes Leben, meine Gesundheit und somit natürlich auch meine Haut. 

Ich begann zunächst Bücher über die Auswirkungen von negativen Gedanken und Glaubenssätzen auf Körper und Seele zu lesen. Schnell bemerkte ich mein sehr großes Interesse an diesem Thema und verschlang innerhalb weniger Wochen viele Bücher. Eine Auflistung meiner ganz persönlichen Empfehlungen findest du unter "Buchtipps".

Als nächstes las ich die Bücher noch einmal, viel mehr noch: ich arbeitete sie intensiv durch. Ich notierte, markierte, verzweifelte zunächst und erlang bald darauf erste doch recht einleuchtende Erkenntnisse.

Ich beobachtete mich nun jeden Tag intensiv und achtete auf meine Gedanken. Zu meinem Erschrecken stellte ich fest, dass meine Gedanken ganz automatisch wirklich unfassbar negativ waren (das war zu dem Zeitpunkt eigentlich keine Überraschung mehr, dennoch war ich erschüttert). Den ganzen Tag schwirrten schreckliche Sätze durch meinen Kopf:

  • Ich bin nicht liebenswert,
  • ich bin nicht willkommen,
  • ich bin Schuld an dem Leid anderer,
  • ich bin ein schlechter, böser Mensch,
  • ich bin nicht gut genug,
  • ich falle anderen zur Last,
  • ich bin ein belastender Mensch.

Noch viele weitere solcher negativer Überzeugungen geisterten quer durch mein Gehirn.

Mir dämmerte es langsam, dass diese Formulierungen zum Teil seit meiner Kindheit fest verankert waren und tiefe Wunden öffneten, wenn ich "heute" hörte, dass ich nicht liebenswert und ein böser Mensch war.

Ich fing an, meine Gedanken positiver zu formulieren und aufzuschreiben. Und ich stellte nach einiger Zeit tatsächlich fest, dass ich mich langsam stückchenweise besser fühlte. 

Ich kaufte mir ein kleines Büchlein, in welches ich nur noch positive Gedanken und Glaubenssätze, auch Affirmationen und Suggestionen genannt, aufschrieb. Ich machte es mir zum alltäglichen Ritual, alle Sätze morgens und abends vor dem Schlafengehen zu lesen. Wenn möglich laut vor einem Spiegel und zwischendurch am besten auch noch. Beim Zähneputzen, beim Joggen, beim Essen kochen, wann immer es ging. Dies ist bis heute ein fester Bestandteil in meinem Leben. Eine Zeit lang hingen sogar in unserem ganzen Haus große Zettel mit bunten positiven Affirmationen, damit ich täglich daran erinnert wurde und sie immer lesen konnte. Ein paar dieser Formulierungen möchte ich dir gerne vorstellen. Hier war vor allem das Buch Gesundheit für Körper und Seele von Louise L. Hay eine sehr große Inspiration:

  • Ich erkenne mich selbst an. 
  • Ich liebe mich und das Leben liebt mich.
  • Ich vertraue auf das Leben, alles ist gut in meiner Welt und mir kann nichts geschehen.
  • Ich bin liebenswert und es fällt mir leicht, diese Liebe mit meinen Mitmenschen zu teilen.
  • Meine Gedanken sind ruhig, friedvoll und ausgeglichen.
  • Ich lasse die Vergangenheit los und vergebe allen, die mich je verletzt haben und ich vergebe mir selbst, dass ich andere verletzt habe.
  • Ich lasse alle Wut und allen Ärger los.
  • Ich löse mich von allen negativen Glaubenssätzen und schenke mir ausschließlich liebevolle Gedanken.

Später formulierte ich auch ganz eigene positive Affirmationen, individuell auf meine Lebenssituation zugeschnitten. Kleiner Tipp: Bei diesen Formulierungen ist es sehr wichtig, dass sie in der Gegenwart geschrieben sind und Worte wie "nicht" und "kein" vermieden werden. Anstatt "ich bin nicht mehr wütend" zu denken, ist die Formulierung "ich lasse alle Wut in mir jetzt los", "ich befreie mich von allen negativen Gefühlen" und "ich denke und fühle immer in und durch Liebe" sinnvoll. Sehr unterstützend wirken auch die bekannten Bilder im Kopf. Das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen Realität und Vorstellung. Sehr lesenswerte Bücher zum Thema Unterbewusstsein und wie es funktioniert findest du hier. Stelle dir bildlich vor, wie du gerne sein und wie du deine Umgebung wahrnehmen möchtest. Stelle dir vor, dass du glücklich bist und strahlst, dass du mit deinem Partner, mit deiner Familie, mit Freunden zusammen bist und es dir sehr gut geht. Stelle dir vor, wie du sorgenfrei deinen Alltag meisterst und abends friedvoll im Bett liegst. Stelle dir vor, dass du bist, wie du sein möchtest. 

Heute sind die Affirmationen tief in meinem Herzen verinnerlicht. Ich denke den ganzen Tag positiv und friedvoll und wenn ich mich doch einmal dabei erwische, wie ich mich beispielsweise über einen Autofahrer, jemand anderes oder über mich selbst ärgere, erkenne ich das heute schnell und bewusst, so dass ich sofort einlenken kann. Ich sehe dann bildlich ein großes rotes STOP-Schild vor mir und lenke meine Gedanken wieder ganz gezielt um. Inzwischen ist genau ein Jahr vergangen, seit ich meine ersten positiven Affirmationen aufgeschrieben habe und aus voller Überzeugen sagen kann, dass positive Glaubenssätze, eine positive Lebenseinstellung und die Selbstliebe essenziell sind, um ein ruhiges, wirklich glückliches Leben zu führen.


ICH ALLEIN BIN VERANTWORTLICH FÜR MEINE GEDANKEN, MEINE GEFÜHLE UND MEINE HANDLUNGEN. ICH ALLEIN ENTSCHEIDE, WIE ICH AUF MEINE MITMENSCHEN UND DAS LEBEN REAGIERE. NIEMAND HAT DIE MACHT, SCHLECHTE GEFÜHLE IN MIR AUSZULÖSEN. DAS LIEGT EINZIG UND ALLEIN AN MIR UND IN MIR. ICH GEBE NIEMANDEM, AUCH MIR NICHT, DIE SCHULD FÜR IRGENDETWAS UND ICH VERURTEILE NIEMANDEN, MICH AM ALLER WENIGSTEN.

Es ist zweifelsfrei, dass unsere Gedanken eine unbeschreibliche Macht auf unsere körperliche und psychische Gesundheit haben und ist inzwischen sogar wissenschaftlich bewiesen. Denke ich den ganzen Tag schlecht und negativ, ziehe ich automatisch "negative" gleichdenkende Menschen und negative Situationen an. Meine Gedanken beeinflussen meine eigene Aura, meine Schwingungen, die ich ausstrahle, ohne dass ich mir dessen bewusst bin. Diese Schwingungen wiederum strahlen zu mir zurück und beeinflussen nicht nur meine seelische Stimmung, sondern materialisieren sich im Körper und greifen die eigenen Körperzellen an, was mich langfristig krank macht. Hierüber gibt es zwei wundervolle Bücher, welche ich bereits mehrfach gelesen habe und empfehlen kann: 

Ich bin auch der Überzeugung, dass die Krebserkrankung und andere anhaltenden Erkrankungen der Ex-Partnerin meines Mannes vor allem durch ihr jahrelang "schlechtes" Verhalten, ihre eigenen falschen Wertvorstellungen und ihrem negativen, wirklich hasserfüllten, Denken ausgelöst und massiv beeinflusst wurden. Es gibt Studien darüber, dass Krebs und andere körperliche Krankheiten durch negative Gedanken und Gefühle ausgelöst und folglich auch gefördert werden können. 

Ein weiteres "Beispiel" ist mein eigener Vater. Er litt über 25 Jahre an der unheilbaren chronischen Erkrankung Multiple Sklerose. Mein Vater war ein wirklich schwieriger Mann. Man konnte ihm nichts Recht machen, er war sehr verbissen und starr in seiner Denkweise. Hinzu kam ein riesengroßer Berg an Schuldgefühlen, da meinem Vater seine Arbeit und Karriere immer wichtiger war als seine Familie. Wir drei Kinder waren Ballast für ihn. Weswegen meine Mutter ihn verließ, als ich acht Jahre alt war.

Die große Reue meines Vaters kam erst, als es gesundheitlich lange zu spät war. Ich habe meinem Vater im Übrigen noch zu Lebzeiten alles verzeihen können, was in meiner Kindheit wirklich verkehrt lief (um es harmlos auszudrücken). In den letzten Jahren hatten wir ein enges Verhältnis und führten viele gute Gespräche. Ich erfuhr viel über seine eigene Kindheit und empfand ein großes Mitgefühl für meinen Vater. Er hatte neben seinen enorm krankmachenden Schuldgefühlen ebenfalls sehr viele unverarbeitete Glaubenssätze und Wertvorstellungen aus seiner eigenen Kindheit, welche er mit sich herum trug und weiter krank machten. Ich darf das schreiben, denn er wusste, dass ich Bescheid wusste, auch darüber, wie verbissen und starr (welch Ironie!) er war. Es war immer wieder unser Gesprächsthema. Leider schaffte mein Vater es nicht mehr gut für sich, seine körperliche und vor allem seelische Gesundheit zu sorgen. Er verstarb am 04. Juli 2017 im Alter von 58 Jahren. 

DU KANNST DICH DURCH DEINE GEDANKEN SELBST ZERSTÖREN -

ODER DICH LIEBEN, HEILEN UND IN VOLLKOMMENER GESUNDHEIT LEBEN.

Bei Manchen, auch mir, ist es nur mit positiven Gedanken, nicht immer getan, da es Wunden gibt, die so tief sitzen, dass hier Psychotherapeuten helfen sollten, gerade wenn es, wie auch bei mir, um Glaubenssätze aus der eigenen Kindheit geht, welche sehr fest verankert sind. Und da auch dies ein sehr wichtiges Thema in meinem Leben war, habe ich etwas über die Erfahrungen einer guten Psychotherapie geschrieben. 


Kommentare: 2
  • #2

    Christine M. (Montag, 03 Dezember 2018 13:17)

    Hallo Ina, es ist der absolute Wahnsinn, was du durch gemacht hast. Andere wären Amok gelaufen und hätten der Ex mal ordentlich die Visage poliert (entschuldige diese Ausdrucksweise). Es freut mich um so mehr zu lesen, dass du für dich einen ganz positiven Weg gefunden hast! Ich werde mir ganz viel deiner Worte annehmen und bewusster auf meine Gedanken achten. Diese sind leider auch zu oft zu negativ. Deine Webseite hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen! Danke für deine wahrhaftigen, ehrlichen und wunderbaren Worte.

  • #1

    Vanessa S. (Mittwoch, 07 November 2018 11:58)

    hallo ina, ich bin ganz gerührt und zugleich zutiefst geschockt von deiner geschichte und dem jahrelangen terror der ex! wow, wie kann man nur so sein? kein wunder das die so krank ist. es freut mich sehr das du einen sehr guten weg für dich gefunden hast mit allem negativen fertig zu werden. es motiviert mich sehr und ich werde versuchen so vieles wie möglich in die tat umzusetzen. würde die ganze welt so denken gäbe es keine kriege mehr und die welt könnte in vollkommenem frieden leben. ich wünsche dir alles gute und schreib bitte fleißig weiter :-)

*Ich weise darauf hin, dass ich hier durch einen Partnerlink auf die Webseite von Amazon verlinke und mir im Falle eines Kaufes der Bücher eine kleine Provision gut geschrieben wird.